Rotes Hoehenvieh alter Zuchtrichtung

Verein Rotes Höhenvieh alter Zuchtrichtung e. V.

Uwe G. W. Hesse, Schriftführer

 

Zuchtausrichtung/ Ziele des Vereins Rotes Höhenvieh alter Zuchtrichtung e. V.

Am Samstag, dem 17. März 2012, gründet sich der Verein „Rotes Höhenvieh alter Zuchtrichtung e. V.“ in Frankenberg.

Es ist Ziel des Vereins, im Miteinander mit den bereits bestehenden Vereinen der Erhaltung und Verbreitung des Roten Höhenviehs zu dienen. Dabei besteht das besondere Anliegen des neu gegründeten Vereins in der Erhaltungszucht des Roten Höhenviehs unter Berücksichtigung der ursprünglich erhalten gebliebenen Genetik. Dieses geschieht auf der Basis der rekonstruierten Bestände, wie sie bis zum Ende des vergangenen Jahrtausends, bis einschließlich zum Jahr 1999, aufgestellt worden sind. Spätere Bullenlinien aus dem benachbarten Ausland, konkret aus Polen, Tschechien und Österreich, die keine- oder nur sehr geringe Rote Höhenviehgenetik einbrachten, und dafür aber andere Rinderrassen verkörpern, werden im Sinne unserer Erhaltungszucht notwendig ausgeschlossen. Der Ausschluss gilt gleichzeitig für die H- Linie (Frankenvieh), die F- Linie (Lahnvieh) und die L- Linie (Lahnvieh). Bullen dieser Rassen hatten der Erhaltungszucht in der Vergangenheit gute Dienste geleistet, sollten aber gemäß der Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft aus dem Jahre 2000 nicht mehr eingesetzt werden, weil sie faktisch kaum Rote Höhenvieh- Genetik enthalten.

Der neue Verein bemüht sich, Rotes Höhenvieh alten Typs und alter Zuchtrichtung zu züchten und zu verbessern; dabei orientiert sich der Phänotyp an historischem Fotomaterial, das Rotes Höhenvieh darstellt. Gleichzeitig zollt der Verein den Pionieren der jüngeren Rotviehzucht, die seit Anfang der 1980er Jahre mit großem Aufwand die letzten Tiere mit Roter Höhenviehgenetik zusammengeführt- und die Erhaltungszucht der Rasse begründet hatten, hohe Anerkennung, Wertschätzung und Dank.

Das Rote Höhenvieh war ursprünglich ein klein- bis mittelrahmiges, tiefdunkelrotes Rind im Gebirgsviehtyp und zeichnete sich im Exterieur durch den kurzen, breiten Kopf, die tiefe Wamme, eine starke Behornung und eine gleichmäßig ausgeprägte Muskulatur aus. Aufgrund der Kopfform wird es unter gleichzeitiger Beachtung seines Ursprungs in alter Literatur auch als Kurzkopfrind (Bos brachycephalos) bzw. keltisches Kurzkopfrind oder auch nur Keltenrind bezeichnet. Das Flotzmaul ist hell, die Schwanzquaste ist innen hell und von dunkelroten Haaren ummantelt; weiße Flecke am Euter waren nach herkömmlichen Zuchtstandards (nachzulesen bei Hans Hinrich Sambraus – Gefährdete Nutztierrassen sowie anderer historischer Literatur) erlaubt und sind auch heute ein prägendes Kennzeichen einiger besonders reinblütiger Kühe und Rinder.

Der neue Verein bemüht sich, die tatsächliche Präsenz des historischen Roten Höhenviehs in allen von ihm betreuten Tieren zu recherchieren und auszuweisen. Dabei wird prozentual die Präsenz der historischen Genetik in den Vorfahren errechnet. Der Verein „Rotes Höhenvieh alter Zuchtrichtung“ setzt sich das Ziel, die von ihm betreuten Tiere durch Zucht zu verbessern und gleichzeitig als Robustrasse zur Flächenpflege im Rahmen von Natur- und Landschaftsschutz zu erhalten und dabei die besonderen Vorzüge gerade dieser Rasse, wie Langlebigkeit, gute Umgänglichkeit, gute Futterverwertung und gute Mutterkuheigenschaften zu erhalten. Dabei teilt der Verein die Anliegen des Natur- und Artenschutzes und bemüht sich um gute und konstruktive Zusammenarbeit mit Verbänden und Behörden. Eine regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit über die Vereinsarbeit und die Erhaltungszucht wird angestrebt.

Diese Erklärung wird gleichzeitig mit der Vereinssatzung beschlossen und beigefügt.

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